Zu Ostern produzierte ich mich in Kelling und sprang aus dem Fenster der Dorfkanzelei auf die Gasse und war wieder längere Zeit krank. Die Folge dieser Erschütterungen waren dass ich sehr viele Kopfweh hatte und viel schwerer lernte wie vordem. Ich musste viel mehr lernen als früher. So musste ich die  Secunde wiederholen. Besondere Errinerungen kann ich von Mühlbach nicht erwähnen.

Später war ich mit Bruder Hermann in der Kost. Er seckierte mich gerne. Ja noch was besonderes aus der Schule: der Rektor Baumann nannte mich und einen  gewissen Lederhilger Jul,  ein Freund von mir, seine besten Freunde, nach dem ich oft in der Schule auf der Tafel stand, weil ich nur brav war. So bestimmte er, dass wir beide ob wir auf der Tafel stehen oder nicht, wenn er in der Klasse kam, ich und Lederhilger uns neben das Pult stellen ihm unseren Hintern hinhielten und unsere drei Schläge mit dem Rohrstarbel bekammen. Das war ein ganzes Jahr unsere Begrüssung durch den Halunken. Der Trottel wusste nicht, dass wir uns entsprechendes Leder an die Hose angeneht hatten.

 

Meine Kadettenschulzeit

Im Oktober 1893 kam ich in die Kadettenschule nach Hermannstadt. Machte die Prüfung sehr gut und blieb gleich in der Schule. Als Lehrer war dort auch ein Oberleutnant August Spiess von Bracioforte, der mit dem Fabini Onkel aus Bross, wo er bei 64 Inft. Regt. diente, oft bei uns in Kelling auf der Jagd war, bei uns schlief und gegessen hatte und diesem Hund übergab mich mein Vater in seine Obhut und bat ihn sich meiner anzunehmen.

Dies war mein Verhängnis für alle 4 Jahre die ich dort zugebracht habe. Acht Wochen durften wir als Rekruten nicht aus der Kaserne gehen, was ich aber schwer aushielt, denn meine Schwester Adele kam  in die Hochschule, die nähe der Kaserne war und Bruder Hermann kam auch nach Hermannstadt in die Schule. Sie besuchten mich ja jeden Sonntag. Ich freute mich schon auf den ersten Sonntagsausgang.

Was geschah? Knapp vor diesem Sonntag prüfte mich Oblteutnant Spiess und zwar so lange bis er mich an einer Frage packte die ich nicht beantworten konnte, gab mir eine ?Ungenügeng? und Hausarest. Trotzdem ich mich nun jede Stunde zur Verbesserung meldete, liess er mich nicht und konnte so nie ausgehen. Erst am Tage vor dem Weihnachtsurlaub rief er mich zur Prüfung und gab mir ein ?Gut?. Glücklich und froh fuhr ich dann mit Adele und Hermann nach Hause.

In den acht Wochen hatten wir jeden zweiten Abend Tanzstunde und Anstandslehre, wie wir uns in Gesellschaft, öffentlichen Lokalen und Bällen zu benehmen haben. Als unser Tanzlehrer mich als den Sohn seiner einzigsten besten Tanzschülerin entdeckte (meine Mutter war eine sehr gute Tänzerin und gefeiertes Mädel, sagte er mir immer) gab er sich mit mir fiel ab, so dass ich sehr rasch Walzer, Polka und Ländler tanzen konnte. Was für ein Halb gab es dann in Mühlbach in der Silvesternacht als meine Leute und Bekannten sahen wie ich fesch ausdauernd tanzte und den Mädeln den Hof machte. Ich kam mir auch als Kadettenschüler als ein grosser mächtiger Herr vor, wo man uns doch immer vorhielt wir tragen des Kaisers Rock , werden als Officiere der erste Stand sein  und daher dem Kaiser immer Ehre machen müssen.