Kutschieren und reiten erlernte ich sehr schnell, so dass ich schon als 10 jähriger allein mit dem Wagen nach Mühlbach fahren durfte und dabei flogen die Pferde nur so. Einmal führte ich meinen Vater nach Hermannstadt statt in 7 in 5 Stunden ohne Rast.
Mein Vater kaufte die erste Drehmaschine mit Pferdebetrieb und da war es mein Hauptvergnügen die Pferde an die Leistangen zu spannen und mit meinem Bruder Hermann jeder hinter Pferd im Kreise herumzuwandern. Den Pferden wurden die Augen zugebunden damit sie nicht schwindling werden. Im Garten half ich beim Umgraben und Anpflanzen mit. Ebenso im Herbst beim Einheimsen.
Oft sah ich die Prügel kommen, da rettete ich mich auf einen hohen Pappelbaum, so hoch dass meine Mutter Angst bekam und mir versprechen musste mich nicht nicht zu prügeln, wenn ich herunterkomme. Dieses wendete ich immer an um der Schläge zu entgehen.
Wir hatten viele Schweine und einmal sogar 200 Schafe, da war es meine grösste Freude als 8 jähriger diese zu hüten auf dem ans Haus anschliessender grassiger Berg. Wenn man mich damals fragte- was willst du werden?- sagte ich immer Schweinhirtsmajor und siehe dass Schicksal wollte so haben, dass ich wirklich Major wurde und hatte auch tatsächlich auch oft mit zweifüssigen Schweinen zu tun.
In der Wirtschaft hatte ich von meinen Grossvater so viel gelernt, dass ich, als er starb, diese selbst führte und zu jeden Weihnachts- und Osterurlaub und im Sommer die Weinwirtschaft mit dem Bruder Hermann und Knecht besorgte. Als das alte Gebäude abgerissen wurde, wimmelten die Ratten nur so, wir versuchten alle Arten sie zu vertilgen, hängten z.B. einer Ratte ein Glöcklein an den Hals und liesen sie ins Loch laufen, damit die anderen durchgehen sollten; es nützte nichts. Dann begossen wir einige mit Petroleum und zündeten sie an und liessen sie ins Loch hinein, was sehr gut wirkte, denn die Ratten verschwanden; dass war ja natürlich für uns immer ein Spiel.
Alle Arten von Tauben kaufte ich in Mühlbach und brachte sie nach Kelling. In Kelling ist eine alte Burg, noch als der Türkenzeit, wo die Familien ihre Zimmer und Speckkammer hatte; zu meiner Zeit hatten sie noch immer die Speckkammer zu Benützung. Auf den alten verfallenen Mauern und Türmen bin ich auch oft zum Schrecken der Leute herumgekrochen; wie oft durfte ich die Glocken treten und ziehen.
Mein Vater und wir 5 älteren Kinder (Walter war noch zu klein), dann der Prediger und sein Sohn, der mein Schulkammerad war, waren alle musikalisch, musizierten aus den Regensburger Liederbuch viel und besorgten auch die Kirchenmusik; ich sang damals sehr gut Soprano. In der Kirche machte ich mit einem reichen Bauern oft Lärm hinter der Orgel, so dass mein Vater oft von den Predigsstuhl hinaufrief, es soll Ruhe sein. Nachher gab es zu Hause wieder eine Tracht Prügel, denn es hies immer: der Julius hut Lärm gemocht met dem Bulkescher Misch.
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